„Aufbrüche und Umbrüche – Geographie(n) der Zukunft“ – 61. Deutscher Kongress für Geographie 2019 in Kiel

Vom 25.09. bis 01.10.2019 führten das Geographische Institut und die Deutsche Gesellschaft für Geographie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel den 61. Deutschen Kongress für Geographie durch. 50 Jahre nach der „Zeitenwende“ im Fach Geographie, dem Kieler Geographentag von 1969, erschien ein Blick auf die theoretische wie methodische Verankerung des Faches angezeigt.Neun Leitthemen mit Schwerpunkten auf Geographischer Theoriebildung, Kritischen Perspektiven auf Geographie(n) und konzeptionellen wie praxisbezogenen Digitalisierungsthemen standen im Mittelpunkt des Kongresses; dies nicht zuletzt, um die vor 50 Jahren in Kiel diskutierten Themen der Theorieferne und mangelnder Gesellschafts- und Praxisrelevanz geographischer Forschung und Lehre heute eingehend debattieren zu können.

Eröffnet wurde der Kongress durch den Präsidenten der CAU Kiel, den Staatssekretär des Wissenschaftsministeriums, den Sozialdezernenten der Landeshauptstadt Kiel sowie Vertretern der Geographie. Die Festrede von Professor Mojib Latif über „die     gesellschaftliche Verantwortung der Wissenschaft“ stieß beim Publikum auf sehr große Resonanz.

Hervorzuheben sind auch die für die Öffentlichkeit zugänglichen Fachforen, die jeweils abends zu den aktuellen Themen der Energiepolitik, der Wohnungspolitik und zu autoritärem Populismus mit Vertreter*innen der Politik und der Zivilgesellschaft diskutiert wurden.

Mit 2.050 Teilnehmer*innen an den vier Kerntagen vom 26.-29. September suchten erfreulich viele Geograph*innen sowie eine große Zahl von Forschenden und Praktiker*innen aus benachbarten Disziplinen den Kongress auf. Die acht Keynote-Vorträge wie auch die abendlichen Fachforen stießen auf reges Interesse und auch mit dem Besuch der 231 Fachsitzungen, zahlreicher Sonderveranstaltungen und der Journal Lectures zeigten sich die Teilnehmenden durchweg sehr zufrieden. Ebenso konnte der Junge Kongress für Geographie mit einem sehr breiten und gut besuchten Angebot an Fachsitzungen, Workshops und Diskussionsrunden überzeugen.

Nicht zuletzt bot der DKG 2019 auf einer etwa 600 m2 großen Fläche 23 Ausstellern die Möglichkeit, ihren Verlag/ihren Verband zu präsentieren. Die zentrale Lage mitten auf dem Campus der CAU Kiel sorgte dafür, dass die Fachausstellung sehr gut frequentiert wurde. Auch die Jobmesse, die vom DVAG erstmalig veranstaltet wurde, erfuhr sowohl von den teilnehmenden Unternehmen als auch von Kongressteilnehmer*innen großen Zuspruch.

Das Programm des DKG 2019 wurde von insgesamt 34 Exkursionen abgerundet, die nicht nur der Landeshauptstadt Kiel, sondern z. B. auch Hamburg, Flensburg und Sylt galten und damit die ganze Region abdeckten. Dass die meisten Exkursionen bereits vor dem Kongress ausgebucht waren, ist ebenfalls eine erfreuliche Besonderheit des 61. DKG 2019 in Kiel.

Die DGfG dankt allen Verantwortlichen in Kiel, die zum Gelingen des Kongresses nachhaltig beigetragen haben, insbesondere dem Ortsausschuss, vertreten durch Prof. Dr. Rainer Wehrhahn und Zine-Eddine Hathat, und wünscht ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute für 2020!

Bildnachweis: DKG Kiel 2019 (Fachform Wohnungspolitik, Impressionen Ausstellungszelt, Preisträgerinnen und -träger mit DGfG-Präsident Prof. Dr. Werner Gamerith, Abendvortrag Prof. Dr. Mojib Latif, Keynotes Prof. Andrea Nightingale und Prof. Philip Steinberg)