Geographische Sonderpreisträger 2019 stellten ihre Arbeiten vor Würdigung der Leistung durch VDSG und DGfG – Workshop beim Deutschen Kongress für Geographie in Kiel

Ihre Sonderpreise hatten die Jungforscher bereits bei den jeweiligen Finalveranstaltungen von Jugend forscht und dem BundesUmweltWettbewerb von den Beauftragten des VDSG bzw. der DGfG ausgehändigt bekommen. Gleichzeitig erhielten sie aber auch eine Einladung zum Deutschen Kongress für Geographie. Hierzu reisten sie am 26. September 2019 nach Kiel an und durften in dieser Zeit Kongressluft schnuppern. Nach der Begrüßung und einem ersten Kennenlernen der Tagungsräumlichkeiten waren sie zur Sitzung des Bundesvorstands des VDSG eingeladen, allerdings konnte nur Jonas Köhler dieser Einladung folgen, denn Martin Rauch weilte zu dieser Zeit auf einem Schulaustausch in der VR China. So wurde Jonas Köhler von Volker Huntemann, dem Referenten für außerverbandliche Schülerwettbewerbe im VDSG,  in der VDSG-Runde persönlich vorgestellt sowie auch auf Martin Rauch eingegangen. Die Leistungen der beiden Jungforscher wurden kurz gewürdigt. Zur Erinnerung an diesen Tag erhielt Jonas ein Buchgeschenk überreicht. Als Gast war auch der Präsident der DGfG, Prof. Dr. Werner Gamerith, anwesend. Der ereignisreiche Tag endete mit der offiziellen Vorstellung von Jonas Köhler als DGfG-Sonderpreisträger bei der Eröffnungsveranstaltung des DKG und einem anschließenden regen Gedanken- und Erfahrungsaustausch mit Kongressteilnehmern.

Am 27. September 2019, dem Tag der Schulgeographie, fand gleich morgens der Workshop „Geowissenschaftliche Schülerwettbewerbe (Jugend forscht, BundesUmweltWettbewerb)“ statt, in dem die Jungforscher nach einer kurzen Einführung von Workshopleiter Volker Huntemann ihre Arbeiten vorstellten. Jonas Köhler konnte persönlich die Fragen des interessierten Publikums beantworten. Der nicht anwesende Martin Rauch hatte jedoch dafür gesorgt, dass seine Arbeit in dem Workshop per Video vorgestellt werden konnte. Die Fragen zu dieser Präsentation wurden vom Workshopleiter notiert und an den Jungforscher zur Beantwortung weitergeleitet. Nach dem Workshop bestand für Jonas Köhler die Möglichkeit zum Besuch verschiedener Veranstaltungen aus dem Programm des DKG bevor er die Heimreise antrat. In Erinnerung geblieben ist ein Eindruck vom DKG, den Jonas wie folgt formulierte: „Es war eine tolle Erfahrung, ohne den Sonderpreis würde ich keine Möglichkeit sehen, bereits an diesem insbesondere für wissenschaftliche Verhältnisse recht frühen Stand meines Werdegangs an einer solchen Veranstaltung teilzunehmen.“

Sonderpreis VDSG (Jugend forscht): Martin Rauch (Halle/Saale, Sachsen-Anhalt: „Fluoro514 – die Wege des Uranins sichtbar gemacht“

Flusssysteme werden durch Hydrogeologen dadurch analysiert, indem sie dem Wasser sogenannte Tracer zusetzen. Tracer sind ungiftige Stoffe, die später in Wasserproben nachgewiesen werden können. Sehr häufig zur Anwendung kommt dabei der Fluoroeszenz-Farbstoff Uranin. Mischt man einen solchen Marker ins Wasser, so kann man Fließgeschwindigkeiten schnell erfassen. Auch kann man auf diese Weise klären, ob das an einer Stelle versickernde Wasser dasselbe ist, das an anderer Stelle wieder zutage tritt. Bislang musste man die entnommenen Wasserproben mit ins Labor nehmen, da erst dort die Möglichkeit zum Nachweis des Tracers bestand. Der Jungforscher hat ein tragbares, preisgünstiges und netzunabhängiges Gerät entwickelt, das bereits vor Ort die Möglichkeit zur Messung der Uraninkonzentration bietet. Dadurch werden die hydrologischen Markierungsversuche grundlegend erleichtert.

Sonderpreis DGfG (Jugend forscht): Jonas Köhler (Hösbach, Bayern): Analyse von oben – Analyse der Biodiversität des Spessarts anhand von Baumart und -alter“

Auf Grund der Tatsache, dass der Hochspessart als möglicher Nationalpark diskutiert wurde, wollte Jonas Köhler genauer erfahren, wie es um die ökologische Vielfalt des dortigen Waldbestandes steht. Vor diesem Hintergrund glich er Satellitenbilder mit eigenen Feldbeobachtungen ab. Hierdurch war er in der Lage, ein eigenes System zu entwickeln, welches für jeden einzelnen Bildpunkt Rückschlüsse auf Alter und Art der dort wachsenden Bäume erlaubt. Danach definierte er einen Biodiversitätsindex, der sich für jeden Rasterpunkt durch den Vergleich mit der angrenzenden Vegetation ergibt. In der Gesamtbetrachtung des Spessarts zeigte sich, dass ein hochdiverser Wald eher selten in Erscheinung tritt, die vorgesehenen Naturschutzgebiete  jedoch überdurchschnittliche Werte erreichen. Der Jungforscher zeigte sich überzeugt, dass das von ihm entwickelte Konzept auch auf andere Regionen übertragbar ist. Es stellt somit eine Hilfe dar, die ökologische Vielfalt des Baumbestandes zu bewerten

Volker Huntemann

 

Beitragsbild: Der Sonderpreisträger der DGfG Jonas Köhler bei der Vorstellung umrahmt vom Präsidenten der DGfG, Prof. Dr. Werner Gamerith (links), und dem Vorsitzenden des VDSG, Karl W. Hofmann sowie Volker Huntemann (Fachreferent für Schülerwettbewerbe beim VDSG) – Copyright: Gottschalk, VDSG