Libyen öffnet sich! – öffnet sich Libyen?

Herausforderungen des akademischen Wiederaufbaus im Fach Geographie

Eine Fact-Finding-Mission von Geographinnen und Geographen der Justus-Liebig-Universität ist gerade mit ersten konkreten Ergebnissen zur Situation des Faches Geographie an Hochschulen in Libyen zurückgekehrt. Demnach gibt es in Libyen derzeit 23 Universitäten und eine Akademie, die sich mit der Ausbildung von Geographie-Studierenden beschäftigen. Vier davon haben Promotionsrecht: die Universitäten in Tripolis, Benghasi und Misurata sowie die Academy of Science in Tripolis. Die anderen Universitäten, unter denen die in Sirte und Sabrata besonders aktiv sind, bilden in Bachelor- und Master-Studiengängen aus. So wie bei dem jetzt vom DAAD geförderten Workshop zur Netzwerkbildung ist der Anteil von Geographinnen am Lehrpersonal mit etwa 35 % relativ hoch. Auch im Bereich der GIS-Kompetenzen herrscht ein vergleichsweise hohes Niveau. Sorgen bereiten hingegen vor allem die teilweise geschlossenen Universitätsstandorte im Zentrum und im Süden des Landes, wo die Sicherheitssituation noch prekär ist. Insgesamt steht die libysche Hochschullandschaft vor großen Herausforderungen: Die Curricula sind nicht nur bürgerkriegsbedingt veraltet, sondern waren vor der Arabellion im Jahre 2011 schon nicht auf dem neuesten, geschweige denn einem international kompatiblen Stand. Das soll sich jetzt mit konkreten Projekten zur Nachwuchsförderung und Curricula-Entwicklung ändern. Die Gießener Geographinnen und Geographen haben dazu Kooperationen mit den Kolleginnen und Kollegen in Tripolis, Sabrata, Misurata und Sirte geschlossen und laden zur Mitarbeit ein.

Bildnachweis: Dittmann

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