Jugend forscht 2018: DGfG und VDSG vergeben Sonderpreise für geographische Arbeiten

Marten Erdmann und Benjamin Pichagon Mühl (Berlin) erhielten den Sonderpreis der DGfG vom Beauftragten StD Volker Huntemann ausgehändigt.

Das diesjährige Bundesfinale von Jugend forscht fand vom 24. – 27. Mai 2018 in Darmstadt statt. Im Fachbereich Geo- und Raumwissenschaften wurden dieses Mal neun Arbeiten vorgestellt, die in den unterschiedlichen Fragestellungen eine große thematische Vielfalt aufwiesen. Von der Deutschen Gesellschaft für Geographie (DGfG) wurde ein Sonderpreis für eine besonders gelungene wissenschaftliche Arbeit aus dem Bereich der Geographie vergeben und mit dem Sonderpreis des Verbands Deutscher Schulgeographen (VDSG) wurde eine Arbeit ausgezeichnet, die aus dem geographischen Schulunterricht entstanden ist.

Sonderpreis der DGfG

Marten Erdmann und Benjamin Pichagon Mühl (Archenhold-Gymnasium Berlin) wissen aus eigener Erfahrung, dass verschiedene Areale eines Rasenplatzes beim Fußballspielen sehr unterschiedlich belastet werden. Aus diesem Grunde entwickelten sie ein kostengünstiges System, mit dem sich die Vitalität des Grasbewuches feststellen lässt. Sie rüsteten eine Drohne mit einer von ihnen speziell präparierten Kamera aus, mit der sie sowohl die Reflexion von sichtbarem roten Licht als auch von kurzwelliger Infrarotstrahlung erfassen konnten. Aus der Relation der Intensitäten in beiden Frequenzbereichen errechneten sie einen Vegetationsindex. Auf diese Weise konnten sie nachweisen, dass auf ihrem heimischen Rasenplatz der Bewuchs vor beiden Toren besonders beeinträchtigt war. Mit ihrem Konzept können die beiden Jungforscher in Zukunft die Rasenpflege gezielt verbessern, da die kritischen Stellen auf dem Platz nun schneller erkannt werden können. Zukünftig ließe sich dieses Konzept u.a. auch großflächig in der Landwirtschaft einsetzen. Für ihre Arbeit „Grün durch Infrarot“ erhielten die beiden Jungforscher den Sonderpreis der DGfG zuerkannt.

Sonderpreis des VDSG

In manchen Städten in Deutschland sind Daten zur Feinstaubbelastung äußerst rar – so auch in Lörrach, der Heimatstadt von Leander Hartenburg und Leon Klein (Hans-Thoma-Gymnasium). Deshalb nahmen die beiden Jungforscher es sich vor, diese Situation maßgeblich zu verändern. Mithilfe kostengünstiger Streulichtfotometer bauten sie in ihrer Heimatstadt ein Messnetz mit 19 Sensoren auf. Von einigen dieser Messstationen werden die Daten per WLAN an einen Server übertragen, bei anderen erfolgt die Übertragung per Funk. Manche der Messstationen haben einen Anschluss an das Stromnetz, andere nutzen ein Solarmodul mit Akku. Zusätzlich erstellten die Jungforscher unter Zuhilfenahme eines Wetterballons und durch zusätzliche Low-Cost-Sensoren Vertikalprofile des Feinstaubs und anderer Luftschadstoffe. Im Vergleich zu den Daten teurer Messapparaturen war die Qualität ihrer Messwerte durchaus überzeugend. Damit konnten die beiden eindeutig nachweisen, dass Feinstaubmessungen in Städten wesentlich kostengünstiger zu realisieren sind. Die Arbeit „FeiSoLo – Durchblick im Feinstaubnebel“ wurde in der Gesamtwertung von Geo- und Raumwissenschaften mit dem 2. Platz ausgezeichnet und erhielt zusätzlich den Sonderpreis des VDSG.

Platzierungen im Bereich Geo- und Raumwissenschaften

5. Platz: Dennis Kobert (Josephinum Hildesheim) – „Untersuchung der dynamischen Stabilität offener Sternenhaufen“

4. Platz: Lukas Rother (Otto-von-Taube Gymnasium Gauting) – „Simulation der Temperaturverhältnisse am Südpol des Mondes“

3. Platz Tobias Hauf (Sebastian-Münster-Gymnasium, Ingelheim/Rheinland Pfalz) – „Evanesco! Abbaubarkeit von Kunststoffabfällen in Meeresumgebung“

Bundessieger: Lara Neubert, Adrian Schorowsky, Leni Terhagen (Gymnasium Reutershagen / Erasmus-Gymnasium, beide Rostock) – „ReUse in Space“

Die Wettbewerbsrunde 2018/19 hat bereits begonnen. Der Anmeldeschluss ist der 30. November 2018. Weitere Informationen sind erhältlich bei der Stiftung Jugend forscht e.V., Baumwall 5, 20459 Hamburg, Tel. 040/374709-0, Mailanschrift info@jugend-forscht.de oder unter www.jugend-forscht.de.

Der Vorsitzende des VDSG überreicht den Sonderpreis an Leander Hartenburg und Leon Klein (Lörrach).

Bildnachweis: Jugend forscht

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