Valentin Thurn mit DGfG-Journalistenpreis ausgezeichnet
Leipzig, den 03. Oktober 2001

Bei der Schlussveranstaltung des 53. Deutschen Geographentages im Leipziger Gewandhaus wurde der Kölner Journalist Valentin Thurn mit dem DGfG-Preis für Journalisten ausgezeichnet. Der von der Deutschen Gesellschaft für Geographie (DGfG) und dem Westermann Schulbuchverlag gestiftete Preis würdigt herausragende journalistische Darstellungen geographischer Themen für eine breite Öffentlichkeit. Der Preis ist mit 10.000 Mark dotiert. Von seinen Filmen, allesamt vom Bildungsfernsehen des Südwestrundfunk produziert, hob die Jury folgende Werke besonders hervor: In seinem Film „Jurassic Alb“ erzählt der Autor die Geschichte des Ölschiefers im Schwarzjura der Schwäbischen Alb. In dem Film erwachen versteinerte Saurier dank aufwendiger 3-D-Animationen zum Leben. Beleuchtet wird auch das Schicksal der KZ-Häftlinge, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in den Schieferöl-Fabriken zwischen Tübingen und Rottweil zu Tode geschunden wurden. In einer zweiteiligen Serie über Wälder und Wassernot in Spanien schildert Valentin Thurn eindrucksvoll die dramatischen Folgen des Raubbaus an der Natur am Beispiel Spaniens, das durch Abholzung und Wasserverschwendung wie kein zweites Land in Europa von der Ver-Wüstung betroffen ist. Der Film „Die Schwabenkinder“ erzählt von Kinderarbeit und Kindermärkten in Oberschwaben. Noch bis in die dreißiger Jahre wurden Kinder aus armen Bergdörfern in Vorarlberg, Tirol und Graubünden zu Tausenden auf oberschwäbischen Märkten an reiche Bauern „verkauft“. Besonders eindrücklich sind die Schilderungen noch heute lebender „Schwabenkinder“. Ebenfalls hob die Jury das WDR-Radio-Feature „Ein Tag – ein Schiff – ein Toter“ hervor. Es handelt von verseuchten Schrottschiffen, die deutsche Reeder in Indien kostengünstig entsorgen lassen, und von indischen Arbeitern, die dabei ihr Leben aufs Spiel setzen. Valentin Thurn zieht jedoch auch Parallelen mit Deutschland, wo durch die Verschrottung von Schiffen in der Nachkriegszeit Tausende von Arbeitern mit Asbest verseucht wurden, bis strengere Umweltgesetze in den achtziger Jahren die Entsorgung verteuerten und die Reeder auf Indien auswichen – eine menschenverachtende Folge der Globalisierung. Nach Auffassung der Jury ist es Valentin Thurn durch seine Fernsehfilme, Radiobeiträge und Zeitschriftenartikel beispielhaft gelungen, geographische Sachverhalte und Zusammenhänge anschaulich und allgemeinverständlich zu vermitteln. „Offenbar ist mein Geographiestudium am Kölner Geographischen Institut doch nicht umsonst gewesen“, freute sich der Preisträger mit einem gewissen Augenzwinkern. Thurn pflegt auch heute noch engen Kontakt zum Kölner Geographischen Institut und greift dabei für seine vielfältigen journalistischen Arbeiten immer wieder auch Anregungen seines Lehrers, Professor Schweitzer, auf. Das Südwestfernsehen wird die prämierten Beiträge im Januar 2001 erneut ausstrahlen.